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Kleinwagen

Der Gedanke, ein motorisiertes Fahrzeug zu günstigem Verkaufspreis anzubieten, kam in der Geschichte der Kraftfahrt vielen Technikern.

Einer, der diese Idee erfolgreich umsetzte, war der Chef der „Hanomag“. Als ersten Hanomag-Personenwagen präsentierte man das Modell auf der Internationalen Automobil- und Motorradausstellung (IAMA) in Berlin im Dezember 1924 und kam 1925 mit dem Wägelchen auf den Markt. Der Hanomag 2/10 PS, der vom Volksmund als rollender Kohlenkasten, Mäxchen oder Kommissbrot bezeichnet wurde, verkaufte sich glänzend. In nur vier Jahren konnte man weit über 15.000 Fahrzeuge absetzen.

1936 stellte Fiat (Fabbrica Italiana Automobili Torino) den ersten auf Massenproduktion ausgelegten Kleinwagen vor. Der Fiat 500 hatte im Gegensatz zu den bisherigen Kleinwagen eine aufwendigere Technik, wie zum Beispiel einen 4-Zylinder-4-Takt-Motor, Stahlblechkarosserie etc. Die Italiener konnten aber aufgrund der Mengenfertigung das Fahrzeug zu einem äußerst günstigen Preis von 1.850 RM anbieten.

Nach der Währungsreform 1948 in den drei Westzonen Deutschlands fühlten sich viele Techniker und einige Kaufleute berufen, Kleinstautos zu entwickeln und zu fertigen, um dann große Stückzahlen unter die aufstrebenden Deutschen zu bringen. Tatsächlich war hier eine große Nachfrage zu erwarten.

Als erster größerer Autoproduzent präsentierte Altmeister Borgward aus Bremen auf der Automobilausstellung im Mai 1950 in Berlin einen Kleinwagen. Das Wägelchen hatte die moderne Pontonform, einen 10-PS leistenden 2-Takt-Motor (300 cm³ Hubraum) und aufgrund der noch vorhandenen Stahlkontingentierung eine Karosserie aus Holz, die wie beim Goliath Pionier, NSU/Fiat 500 und DKW mit Kunstleder bezogen war. Der Verkaufspreis betrug 3.334 DM. Insgesamt baute Lloyd vom 300er und seinen Nachfolgern (LP 400, LP 600) bis 1961 über 300.000 Fahrzeuge.

Bis 1955 war Lloyd der Platzhirsch in der Bundesrepublik, da Renault 4 CV und NSU/Fiat Topolino wesentlich teurer in der Anschaffung waren. An Versuchen, die Vormachtstellung Lloyds zu brechen, mangelte es nicht. Fuldamobil, Champion, Gutbrod und Kleinschnittger hießen einige der chancenlosen Wettbewerber. Einen beachtenswerten Erfolg in dieser Zeit verzeichnete lediglich noch das skurrile Gefährt „Messerschmitt Kabinenroller“, in dem die zwei Sitze hintereinander angeordnet waren.

Ab Mitte der 50er Jahre kam dann starke Konkurrenz auf den Markt. Zuerst die „Ente“ des französischen Herstellers Citroën, die zwar anfänglich in der Bundesrepublik nur eine äußerst geringe Rolle spielte, aber auf den europäischen Märkten u.a. Lloyd das Leben schwer machte. BMW produzierte ab 1955 die Isetta, heute Inbegriff des Kleinwagens der 50er Jahre. Bis 1962 bauten die Münchner über 130.000 Isettas. Auch der Landmaschinen- und Motorroller-Hersteller Hans Glas präsentierte einen äußerst gelungenen Kleinwagen. Das „Goggomobil“, im Gegensatz zur Isetta einem „richtigen“ Auto gleichend, schlug ein und man fertigte das Mobil sogar bis 1969 ohne wesentliche Änderungen.

Der Trend ging ab 1955 weg von den 2-Takt-Motoren hin zum Otto-Motor mit mindestens 600 cm³-Hubraum. Den Reigen eröffneten Fiat (600) und Lloyd (LP 600), 1956 folgte NSU-Fiat (Jagst) und ein Jahr später BMW mit einer vergrößerten Isetta (600). 1958, spät aber doch erfolgreich, bereicherten Glas mit dem Isar und NSU mit dem Prinz I/II den Kleinwagen-Markt. 1959 kamen der BMW 700, der DAF 600 und der britische Mini hinzu. Mussten sich Kleinwagen grundsätzlich vom Verkaufspreis her immer mit dem VW Käfer messen, so galt seit dem Erscheinen des Minis dieser Wagen als Maßstab für optimale Platznutzung und zeitloses Design.

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Fotos (von oben nach unten):
Zündapp Janus
BAW/Victoria Spatz
Kleinschnittger
Messerschmitt Kabinenroller Tiger TG 500

Peter Kurze · Freudenbergstr. 4 · 28213 Bremen · E-Mail

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