Walter Richleske

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Walter Richleske (* 17. November 1913 in Mecklenburg, † 4. November 1969 in Bremen) war ein deutscher Autofotograf.

Richleske machte Ende der 1920er-Jahre eine Drogisten-Lehre. Bestandteil der Ausbildung war die Arbeit in der Dunkelkammer. Er lernte Filme zu entwickeln sowie das Positivpapier mit den Negativen zu belichten und zu fixieren. Mit seiner fotografischen Vorbildung kam der junge Mann 1939 zu einer Propagandakompanie der Kriegsmarine. In Lehrgängen wurden die Soldaten auf die Kleinbildkamera Leica III und auf die Askania Z-Filmkamera geschult. Zur Fachausbildung gehörten auch Besuche bei Agfa. Richleske fotografierte und filmte für die Wehrmachtspropaganda (“Aufregende Fahrt an Norwegens Küste” [1941], “Die Sieger von Kreta kehren heim” [1941], “Mit blutigen Köpfen heimgeschickt” [1943]).

Über seinen Werdegang zwischen 1930 und 1939 sowie 1943 und 1949 ist nichts bekannt.

Um 1949 machte sich Richleske als Fotograf und Filmer selbstständig. Anfangs zusammen mit Karl-Heinz Witte nahm er Aufträge der Borgward-Automobilwerke und deren Tochterunternehmen an. So stammen viele Aufnahmen von den Lloyd- und Goliath-Fahrzeugen von  ihm. Er spezialisierte sich allerdings auf Borgward und überließ Goliath sowie Lloyd seinem Kollegen Witte.

Bei Borgward fotografierte er fast alles: Mitarbeiter, Gebäude, Einzelteile, Motoren, den Einsatz der Rekord- und Rennwagen, Konkurrenzfahrzeuge, Serienautos, Händler-Treffen, Werkzeugmaschinen, die Produktion, Jubiläen, Messestände, Werksbesucher usw. Damit er die gewaltige Aufgabe lösen konnte, hatte er mehrere Angestellte, die die Buchhaltung, die Archivierung und die Bildentwicklung erledigten.

Die Werksfilme der Borgward-Gruppe (zum Beispiel “Fegefeuer Carrera”, “Motoren, Männer und Rekorde”) stammen von ihm, oft in Gemeinschaftsarbeit mit Karl-Heinz Witte.

Um 1960 eröffnete er zwei Drogerien in Bremen-Schwachhausen. Ob er die finanzielle Schieflage bei Borgward erahnte? Oder wollte er weniger arbeiten und die Fotografie bei Borgward aufgeben? Wie dem auch sei. Durch den Borgward-Konkurs brach das Fotogeschäft zusammen. Richleske blieben die Drogerien.

Mit nur 56 Jahren starb er in Bremen. Sein Archiv ist in viele Winde zerstreut. Einen Großteil konnte ich von Volker Janssen (Südafrika) und aus der Ochmann-Sammlung erwerben. Die ausschließlichen Nutzungsrechte erhielt ich von Richleskes Erbin.

Foto 1: Richleske als Kriegsberichterstatter bei der Marine. Kamera Askania Z 35 mm.

Foto 2: Richleske bei Werbeaufnahmen für die Carl F.W. Borgward GmbH, Automobil- und Motorenwerke Bremen.

Foto 3: Hansa 1500-Produktion - Punktschweißer.

Foto 4: Prototyp des GROSSEN BORGWARDS (P100)  1959.